Oldtimer mit Narben: Warum dieser Mercedes mehr über unser Leben erzählt als jedes Hochglanzauto | Volkhard Guth
Shownotes
Zwischen Chrom, Leder, Ölgeruch und Geschichte wird im Nationalen Automuseum ein besonderer Oldtimer zum Sinnbild für unser eigenes Leben: nicht perfekt, nicht makellos, aber voller Substanz und Wert. In dieser Cars & Spirit-Andacht spricht Volkhard über Kratzer, Dellen, Restaurierung und die Frage, wie Gott auf das sieht, was unter der Oberfläche liegt.
Entdecken Sie, warum ein aufgebockter Mercedes Vorkrieg mehr über Hoffnung, Erneuerung und echte Lebensspuren erzählt als viele perfekt polierte Klassiker. Schreiben Sie gerne in die Kommentare: Welcher Oldtimer steht für Sie für Geschichte, Seele und Neubeginn?
Cars & Spirit ist eine Kooperation des Nationalen Auto-Museum mit der Allianz-Mission, der Freien evangelischen Gemeinde Ewersbach, der Evangelischen Gemeinde Ewersbach und der Theologischen Hochschule Ewersbach.
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Transkript anzeigen
00:00:02: Herzlich willkommen hier und heute im Nationalen Automuseum zu Carson Spirit.
00:00:09: Mein Name ist Vollkart Gut, ich bin Pfarrer und ich bin auch Dekan in der evangelischen Kirche von Hessen Nassau und ich stehe auch hier bei nach Weimt.
00:00:21: über thirty-fünf Jahren mich nicht nur eine wunderbare Frau durchs Leben begleitet sondern auch und immer schon der eine oder andere Oldtimer.
00:00:33: Zwischen Grom, Leder und dem typischen Geruch von Öl und Geschichte sind wir ja nicht einfach nur hier in einem Museum.
00:00:44: Eigentlich und im Grunde bewegen wir uns wenn wir da durchgehen durch einen Raum voller Geschichte und Geschichten.
00:00:53: Autos die etwas erlebt haben, die nicht nur einfach gebaut sind sondern die vielfach und häufig gefahren worden sind Über Landstraßen, über Ralliestrecken durch Regen.
00:01:06: Durch die Sommerhitze vielleicht... ...durch das durch mehrere Leben ihrer Vorbesitzer.
00:01:13: und da steht einer in der Sammlung ja der ist irgendwie anders als die meisten ein Mercedes Vorkrieg aufgebockt unrestauriert teilzerlegt um ihn herum Teilewerkzeug, eine zeitgenössische Werkstatt Szene.
00:01:35: Ein Zustand eines Autos das man im Museum ja eher selten findet.
00:01:40: Normalerweise stehen hier die Perfekte, bei denen jedes Detail stimmt.
00:01:50: Aber dieser hier zeigt sich anders.
00:01:54: Der zeigt wie es wirklich ist wenn ein Wagen alt geworden ist.
00:01:59: Man sieht seine Kratzer, man sieht seine Dellen die boilen Wurststellen improvisierte Reparaturen vielleicht sogar die Spuren von Dingen die gar nicht so gut gelaufen sind.
00:02:11: und ganz ehrlich der Zustand dieses Autos ist deutlich dichter an dem wie und was unser Leben ist als Hochglanz poliert.
00:02:25: denn wenn wir ehrlich sind im leben sind wir nicht immer geschniegelt und gebügelt, gefühlt hochglanzpoliert sondern eher so wie dieser wagen.
00:02:35: Und je älter wir werden und je länger wir in diesem leben unterwegs sind desto mehr auch mit Geschichte, mit Spuren, mit Dingen die irgendwie vielleicht auch nicht so ganz rund oder manchmal gar nicht mehr laufen.
00:02:52: Und genau da kommt ein Satz aus der Bibel ins Spiel, der zunächst und vielleicht mal gar nichts mit Werkstatt zu tun hat.
00:03:01: Der Mensch sieht was vor Augen ist aber der Herr sieht das Herz an so ein Wort aus der Bibel.
00:03:08: wir Menschen, wir neigen ja eher dazu das Äußere zu betrachten.
00:03:12: Wir schauen auf dass was sichtbar ist Auf Leistung!
00:03:15: Auf das was da ist was noch funktioniert bis weil noch nicht funktioniert.
00:03:20: Der eine oder die andere würde vielleicht bei diesem Fahrzeug sagen, na da ist aber noch viel zu tun.
00:03:26: Oder ob sich das wirklich noch lohnt?
00:03:31: Aber lassen Sie mich heute Mittag mal so sagen Gottesblick ist ein anderer!
00:03:34: Der schaut nicht zuerst auf den Rost, nicht auf die Dellen und nicht auf was kaputt ist.
00:03:41: Er schaut auf dass was darunter ist – auf die Substanz.
00:03:45: Und jeder der sich ein wenig mit Oldtimern auskennt, der weiß Das Wichtigste ist nicht der Blick auf den Lack, sondern auf das was drunter ist.
00:03:55: Auf die Struktur!
00:03:56: Auf den Rahmen!
00:03:58: Auf die tragenden Teile!
00:04:00: Auf Die Vollständigkeit der Teile.
00:04:03: Nicht selten entscheidet das ob sich eine Reparatur oder gar die Restauration lohnt.
00:04:10: und genau diesen Blick hat Gott auf uns und unser Leben.
00:04:14: Der sieht nicht nur das, was andere sehen.
00:04:16: Der sieht auch das und gerade das, Was uns trägt, was uns ausmacht.
00:04:21: Vielleicht auch das,was verschüttet gegangen ist aber was noch da ist.
00:04:25: Und vielleicht ist das für die ein oder den anderen heute Ein wichtiger Gedanke.
00:04:29: du bist Nicht nur dass was da gerade sichtbar ist Du bist mehr als deine Kratzer Mehr als deine Feder mehr Als das was vielleicht in den jahren des lebens Auch nicht mehr so ganz rund gelaufen ist.
00:04:43: Du bist jemand mit Substanz und Gott würde sagen, mit guter Substanz.
00:04:49: Das lohnt sich!
00:04:51: Und da kommt der zweite Gedanke vielleicht noch einen Schritt weiter.
00:04:55: so ein altes Auto aufgebockt bleibt ja im Normalfall nicht zu stehen.
00:05:04: das Ziel ist eigentlich dass die Karre wieder läuft, dass der Wagen in Bewegung kommt ihn nicht so lassen, wie er ist.
00:05:14: Dieser hier bleibt so, wie es aus museumsthedaktischen Gründen.
00:05:19: Aber eigentlich ist auch das Ziel in der Beschäftigung mit so einem alten Auto die Reparatur und die Restaurierung.
00:05:29: Und so eine Restaurierung ist was Spannendes!
00:05:32: Meine erste Restaurierung – Das war ein VW Käfer, das war einfach.
00:05:37: Einfach mal irgendwie alles durchgeschraubt Und der Wagen war wieder richtig gut.
00:05:42: Bei den zweiten war das anders.
00:05:44: Eine zweite Restaurierung hat zwölf Jahre gedauert, ich habe das Auto gekauft von jemandem, der es begonnen hatte, auseinandergenommen, angefangen das eine oder andere Teil zu restaurieren und zu machen... ...und dann?
00:05:59: Dann hat er gemerkt dass es irgendwie nicht hinzukommen würde!
00:06:03: Das dauert lang bis sich manchmal Menschen eingestehen im Leben, das kriege ich nicht mehr hin.
00:06:08: So war das auch mit diesem Wagen.
00:06:10: Er hat da gestanden, beviele viele Jahre in hundert Teile zerlegt.
00:06:18: Das ein oder andere schon irgendwie gemacht aber eigentlich und am Ende alles in Kisten verpackt und in die Garage geschoben und gewollt.
00:06:26: Und er stand ja dann!
00:06:29: Und so habe ich den gekauft und hab Schraube für Schraubeteil für Teil in die Hand genommen, sortiert gereinigt überholt wieder zusammengesetzt und ich hatte in meinem Kopf ein Bild von diesem und für dieses Auto.
00:06:42: Ich wusste wie das werden sollte, ich habe die gute Grundsubstanz gesehen und ich hatte einen Plan.
00:06:53: Es geht ja nicht darum aus dem Auto dann ein anderes zu machen.
00:06:59: Geht nicht darum so ein modernes Plastikauto daraus werden, sodass mit allerlei Assistenzsystemen und Touchscreen sondern es geht ja dann darum, aus dem Auto wieder das werden zu lassen was es einmal war und vielleicht sogar noch besser weil mit mehr Liebe und mit mehr Sorgfalt aufgebaut.
00:07:18: Und dazu passt der zweite Spruch den ich heute morgen gerne heute Mittag gerne mit hierher bringe aus der Bibel Siehe Ich mache alles neu!
00:07:36: und fangen komplett an, nochmal neu.
00:07:39: Sondern ich mache neu!
00:07:42: Und das ist ein Unterschied zwischen wegwerfen und das Anderes neu machen und dem, was da ist, Neues werden zu lassen.
00:07:54: Das meint nämlich dass das Alte ernst genommen wird.
00:07:59: Dass Geschichte wie bei so einem alten Auto das Geschichte nicht ausgelöscht wird.
00:08:07: Was da aber beschädigt ist, wieder hergestellt werden kann.
00:08:12: Vielleicht kennen Sie – vielleicht kennt Ihr das!
00:08:15: Bei einer guten Restaurierung bleibt die Seele des Autos erhalten.
00:08:21: Man spürt noch was das war und was das für ein Leben und eine Geschichte hat.
00:08:27: Aber gleichzeitig ist er auch die neue Kraft, die neue Funktionalität, die Neue Zuverlässigkeit.
00:08:33: Und genau so arbeitet Gott….
00:08:35: Er nimmt dein Leben nicht auseinander, um es zu ersetzen.
00:08:39: Er nimmt es ums Zu erneuern Schritt für Schritt.
00:08:42: Manchmal auf Bereiche mit denen wir selbst uns gar nicht so gerne beschäftigen wie beim Auto die verborgenen Teile, die Elektrik Die Dinge, die man von außen nicht zieht, die aber doch so entscheidend sind und das sind dann auch Momente die unangenehm sein können.
00:09:07: denn So aufgebockt stehen zu können heißt Dinge werden sichtbar, die man vielleicht so besser hätte nicht zeigen oder sehen wollen.
00:09:22: Und genau da passiert Veränderung und das ist vielleicht auch genau der Punkt dieser Andacht heute Mittag.
00:09:28: wo stehst du?
00:09:29: Wo stehen Sie gerade?
00:09:31: Ist Du eher Ausstellungsstück hochglanzpoliert alles scheint zu passen Und gut zu sein?
00:09:39: Oder stehst du eher auf der Bühne.
00:09:42: Sozusagen Work in Progress, in Arbeit mit offenen Baustellen?
00:09:48: Dann ist die gute Nachricht Gott hat keine Probleme mit Baustellern.
00:09:52: Im Gegenteil dort arbeitet er am liebsten und Er hat Geduld.
00:09:59: Er hat geduld mehr als jeder Restaurator Er hat Überblick mehr als jede Experte und er hat einen Blick für den Wert, den wir oft aus den Augen verloren haben.
00:10:14: Und vielleicht kannst du diesen einen Gedanken heute mitnehmen wenn du gleich wieder durch das Museum und die Ausstellung gehst.
00:10:22: Zwischen all diesen perfekten Autos, diesen wunderbaren Fahrzeugen steht irgendwie dieses eine, dieses eine Fahrtfahrzeug aufgebockt – mit allen Verletzungen mit allen Macken, mit allen Kanten die das Leben ihm mitgegeben hat.
00:10:42: Und das ist vielleicht das ehrlichste Bild für unser Leben – nicht fertig aber durchaus von Wert!
00:10:51: Nicht perfekt, aber in wirklich guten Händen.
00:10:56: und wenn Gott sagt siehe ich mache alles neu dann ist es kein Smart Repair, dann ist das keine schnelle Reparatur sondern dann ist das ein Versprechen, dass das was heute vielleicht noch nicht rund ist und rund läuft.
00:11:13: Dass das nicht das Letzte ist!
00:11:16: Das letzte Wort und das Letzte von dem was wir in unserem Leben sehen und was unser Leben ausmacht.
00:11:24: Siehe ich mache alles neu.
00:11:26: der Mensch sieht was vor Augen ist Gott aber Gott sieht das Herz an.
00:11:34: herzliche Einladung dieses eine Auto in dieser Ausstellung zu entdecken und das eigene Leben darin, und Gott in unserem Leben zu sehen.
00:11:47: Amen.